Drohnen-Glossar

Begriff Begriffserklärung
Sachschaden
In der Drohnen Haftpflicht meint ein Sachschaden ein schadenauslösendes Ereignis wie beispielsweise einen Absturz, in dessen Folge es zur Beschädigung oder Zerstörung von Gegenständen kommt. In der Praxis sind dies bei Drohnen am häufigsten Kraftfahrzeuge, Hausdächer oder Solaranlagen. Solche Sachschäden gegenüber Dritten sind durch eine Drohnenhaftpflicht abgedeckt, wenn diese die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Da in der Drohnenhaftpflicht nur Schäden gegenüber Dritten abgedeckt sind, sind Schäden am eigenen Equipment vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
SafeDrone
Unter dem Label "SafeDrone" hat die Lufthansa Technik eine Online-Portal für professionelle Drohnen Dienstleistungen geschaffen. Oberstes Anliegen der Plattform ist es, Drohnenpiloten für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Multicopter zu sensibilisieren und rechtliches, technisches und nicht zuletzt fliegerisches Drohnen Know-how zu vermitteln. Viele der vor allem in der Anfangszeit angebotenen Services (wie z.B. die Online Registrierung) fanden zwar großen Zuspruch, waren und sind aber rechtlich wertlos.
Schlupfwespe
Mit Drohnen werden Schlupfwepen bzw. ihre Eier in der Landwirtschaft als biologische Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln im Kampf gegen den Maiszünsler eingesetzt. Details haben wir im Beitrag zum Maiszünsler hinterlegt.
Schweben
Hovering oder Schweben ist das Verharren einer Drohne an einer geografischen Position in der Luft.
Synonyms - Hovering
Sichtweite
Sichtweite ist ein Kriterium für den Betrieb von Drohnen in direkter Sicht.
Sonderziehungsrechte
Sonderziehungsrechte (kurz: SZR) sind eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds. Der Wechselkurs der SZR errechnet sich aus einem Währungskorb mit US-Dollar, Yen, Euro und britischem Pfund. Die gesetzliche Mindestdeckung der Haftpflichtversicherungen für Luftfahrzeuge bis 500 kg Höchstabfluggewicht wird in Sonderziehungsrechten ausgewiesen. Die Mindestdeckung in der Drohnen Haftpflicht liegt daher bei 750.000 Sonderziehungsrechten (§ 37 Abs. 1 LuftVG). Je nach Schwankung des Wechselkurses entsprechen 750.000 SZR ca. 900.000 bis 950.000 €. Der tagesgenaue Umrechnungsfaktor in Euro kann z.B. beim Währungsrechner CUEX ermittelt werden.
Synonyms - SZR
SORA-GER
SORA-GER steht für Specific Operations Risk Assessment Germany und ist eine vereinheitlichte formalisierte Risikobewertung für den genehmigungspflichtigen Betrieb von Drohnen in Deutschland. Über SORA-GER werden von der jeweils zuständigen Luftfahrt-Behörden die vom Drohnen Betrieb ausgehenden Gefahren ermittelt, Risiken bewertet und entsprechende Vorgaben an Drohne und Fernpiloten formuliert. Je größer das Maximum von "Ground Risk Class" und "Air Risk Class", desto umfangreicher werden die Auflagen. Konkrete Ergebnisse können über den kostenfreien SORA-Rechner auf unserer Homepage ermittelt werden.
Spezielle Kategorie
Die mittlere der drei Betriebskategorie für Drohnen nach Artikel 5 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Fällt der Betrieb einer Drohne nicht in die offene oder zulassungspflichtige Kategorie, ist er der speziellen Kategorie zuzuordnen. Der Betrieb erfordert eine Risikobewertung und Betriebsgenehmigung durch die zuständige Behörde (über Standardszenarios oder eine individuelle Risikoprüfung). Je nach Ergebnis stellt die Behörde entsprechende Anforderungen an den Fernpiloten und das UAS (unmanned aircraft system). Weitere Informationen zur speziellen Kategorie finden Sie in unseren Hinweisen zu den EU-Verordnungen für Drohnen.
Synonyms - Specific category
Standardszenario
Ein standardisiertes Risikoszenario für häufige VLOS- und BVLOS-Einsätze von Drohnen in der der speziellen Kategorie. Für jedes Standardszenario sind exakte Mindestsicherheitsstandards und eine genaue Liste von Maßnahmen zur Risikominderung definiert, deren Einhaltung der Betreiber einer Drohne gegenüber der zuständigen Behörde erklären muss. Ist ein geplanter Drohnenbetrieb nicht durch ein Standardszenario abgedeckt, muss eine individuelle Risikobewertung erfolgen (SORA).
Technische Spezifikation
Die technische Spezifikation ist ein Dokument, in dem die technischen Anforderungen festgelegt sind, denen eine Drohne genügen muss.
Unbemanntes Luftfahrzeug
Ein Luftfahrzeug, das dafür konstruiert wurde, ohne einen Piloten an Bord ferngesteuert oder autonom betrieben zu werden. Unabhängig von Größe und Gewicht unterliegt ein unbemanntes Luftfahrzeug der Versicherungspflicht.
Synonyms - Unmanned aircraft, UA
Unbemanntes Luftfahrzeugsystem
Als unbemanntes Luftfahrzeugsystem wird ein unbemanntes Luftfahrzeug inkl. der Ausrüstung für dessen Fernsteuerung bezeichnet.
Synonyms - Unmanned aircraft system, UAS
Unbeteiligte Personen
Personen, die nicht am Betrieb einer Drohne beteiligt sind. Unbeteiligte Personen kennen nicht die Sicherheitsvorschriften des Drohnen-Betreibers. Personenschäden an unbeteiligten Personen sind durch die Drohnen Haftpflicht abgesichert.
Synonyms - Uninvolved persons
Vermögensschaden
Echte bzw. reine Vermögensschäden sind immaterielle Schäden, die nicht aus Personenschäden oder Sachschäden resultieren. Um sich gegen Forderungen aus der Verletzung von Vermögensschäden abzusichern, ist eine zusätzliche Vermögensschadenhaftpflicht für Drohnen erforderlich. Die häufigsten Vermögensschäden im Kontext von Drohnen betreffen Persönlichkeitsrechte, Datenschutzrechte, Namensrechte, Markenrechte oder Urheberrechte.
Verschuldenshaftung
Wer mit einer Drohne vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper oder die Gesundheit (=Personenschaden), das Eigentum (=Sachschaden), die Freiheit oder ein sonstiges Recht (=Vermögensschaden) eines Dritten widerrechtlich verletzt, ist nach BGB § 823 zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet. Um sich und sein eigens Vermögen vor Schadensersatzansprüche zu schützen, sollte eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Voraussetzung für die Leistung z.B. einer privaten oder beruflichen Haftpflichtversicherung ist das direkte Verschulden des Schadens durch die versicherte Person (=Verschuldenshaftung). In manchen Lebensbereichen ist die Absicherung der Verschuldenshaftung nicht ausreichend, da eine verschärfte Form der Haftung auch ohne persönliches Verschulden gilt: die Gefährdungshaftgung. Im privaten Bereich betrifft das z.B. Besitzer von Drohnen, Kraftfahrzeughalter, Tierhalter oder Besitzer von Öltanks.