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Der Steuerungsmodus von Drohnen

Welcher Steuerungsmodus ist der beste für mich?

Moderne Drohnen verfügen nicht nur über unterschiedliche Aufnahme- und Flugmodi, sondern auch über verschiedene Steuerungsmodi. Sie definieren, mit welchen Befehlen die Steuerknüppel der Fernsteuerung belegt sind. Daher werden die Steuerungsmodi auch Stick Modes genannt. In diesem Artikel vergleichen wir die gängigen Steuerungsmodi und erklären ihre Unterschiede.

Warum gibt es verschiedene Steuerungsmodi?

Im klassischen Modellbau ist es ganz normal, im Rahmen der Konfiguration eines Flugmodells die Steuerknüppel der Fernsteuerung mit den richtigen Steuerkanälen zu belegen. Die meisten Drohnenpiloten müssen sich hierüber keine Gedanken machen, da die Steuerknüppel werksseitig durch den Hersteller vorkonfiguriert sind. Dennoch sollte jeder Fernpilot seinen bevorzugten Steuerungsmodus kennen, damit die Drohne wie erwartet auf Steuersignale reagiert.

Welche Steuersignale werden an eine Drohne gesendet?

Um eine Drohne oder auch ein anderes Flugmodell zu steuern, sind vier grundlegende Funktionen erforderlich:

Schub

Das Regulieren der Drehzahl der Motoren lässt die Drohne aufsteigen und sinken (Gas).

Nicken

Vorwärts- oder Rückwärtsflug bzw. Nicken um die Querachse (Höhenruder, Pitch).

Rollen

Rollen nach links oder rechts um die Längsachse (Querruder, Roll).

Gieren

Drehungen um die vertikale bzw. Hochachse (Seitenruder, Yaw).

Diese vier Funktionen werden vier unabhängigen Kanälen der Fernsteuerung zugeordnet, die über zwei Steuerungsknüppel zu bedienen sind. Für die Zuordnung der Steuerungsfunktionen auf die Knüppel haben sich vor allem vier Konfigurationen herauskristallisiert, die in der Praxis am häufigsten genutzt werden. Sie werden bezeichnet von Mode 1 bis Mode 4.

Natürlich haben moderne Fernsteuerungen weitere Funkkanäle, über die beispielsweise Flugmodi geändert oder die Kamera gesteuert und ausgelöst wird. Da diese Kanäle nicht für die grundsätzliche Steuerung des Fluges relevant sind, sind sie nicht Bestandteil eines Steuerungsmodus.

Steuerungsmodus 1 (Mode 1)

kopter profi ratgeber drohne steuerungsmodus 1

 

Linker Steuerknüppel:

  • Vertikal: Vorwärts, Rückwärts (Höhenruder, Pitch)
  • Horizontal: Drehen bzw. Gieren (Seitenruder, Yaw)

Rechter Steuerknüppel:

  • Vertikal: Aufwärts, Abwärts (Gas)
  • Horizontal: Links, Rechts (Querruder, Roll)

Steuerungsmodus 2 (Mode 2)

Mode 2 ist der am weitesten verbreitete Steuerungsmodus. Bei den aktuellen Drohnenmodellen von DJI und den meisten anderen Herstellern ist Mode 2 als Standard voreingestellt und hat sich weltweit als Standard-Modus für die Fernsteuerungen etabliert.

kopter profi ratgeber drohne steuerungsmodus 1

 

Linker Steuerknüppel:

  • Vertikal: Aufwärts, Abwärts (Gas)
  • Horizontal: Drehen bzw. Gieren (Seitenruder, Yaw)

Rechter Steuerknüppel:

  • Vertikal: Vorwärts, Rückwärts (Höhenruder, Pitch)
  • Horizontal: Links, Rechts (Querruder, Roll)

Steuerungsmodus 3 (Mode 3)

Mode 3 ist quasi das Spiegelbild von Mode 2, sodass der linke und der rechte Steuerungsknüppel im Vergleich zum Steuerungsmodus 2 vertauscht sind.

kopter profi ratgeber drohne steuerungsmodus 1

 

Linker Steuerknüppel:

  • Vertikal: Vorwärts, Rückwärts (Höhenruder, Pitch)
  • Horizontal: Links, Rechts (Querruder, Roll)

Rechter Steuerknüppel:

  • Vertikal: Aufwärts, Abwärts (Gas)
  • Horizontal: Drehen bzw. Gieren (Seitenruder, Yaw)

Steuerungsmodus 4 (Mode 4)

Auch Mode 4 ist eine Inversion, allerdings von Mode 1. Auch hier sind die Steuerungsknüppel vertauscht.

kopter profi ratgeber drohne steuerungsmodus 1

 

Linker Steuerknüppel:

  • Vertikal: Aufwärts, Abwärts (Gas)
  • Horizontal: Links, Rechts (Querruder, Roll)

Rechter Steuerknüppel:

  • Vertikal: Vorwärts, Rückwärts (Höhenruder, Pitch)
  • Horizontal: Drehen bzw. Gieren (Seitenruder, Yaw)

Steuerungsmodus 5 (Mode 5)

Grundsätzlich sind nur die ersten vier Steuerungsmodi einheitlich definiert. Trotzdem taucht manchmal auch ein fünfter Steuerungsmodus auf, z.B. in Formblatt vom LBA zum praktischen Selbsttraining.

Wenn von Mode 5 die Rede ist, bezeichnet er eine Konfiguration der Steuerungsknüppel, die von Mode 1 bis Mode 4 abweicht. Theoretisch kann also jede individuelle Belegung der Steuerknüppel als Mode 5 bezeichnet werden, wenn sie nicht den Steuerungsmodi 1 bis 4 entspricht.

Welchen Steuerungsmodus sollte ich bei meiner Drohne einstellen?

Wenn Du das Drohnenfliegen neu erlernst, empfehlen wir Dir Mode 2 zu verwenden. Er ist der weltweite Standard-Modus bei Fernsteuerungen. Wenn Du Dich an diesen Steuerungsmodus gewöhnst, wirst Du Dich bei einem Wechsel auf eine andere Drohne nicht umstellen müssen, sondern bist mit der grundlegenden Steuerung der allermeisten Drohnenmodelle vertraut.

Grundsätzlich solltest Du den Steuerungsmodus verwenden, den Du beim Fliegen gewohnt bist. Daher gehört es zu jeder Vorflugkontrolle, in den Einstellungen der Drohne zu prüfen, ob auch wirklich der von Dir verinnerlichte Modus ausgewählt ist. Sollte ein anderer Modus eingestellt sein und Du trotzdem starten, wird der Flug höchstwahrscheinlich mit einem Absturz enden.

Damit Du eine Drohne sicher fliegen kannst, sollte die Steuerung möglichst intuitiv erfolgen. Nur dann wirst Du in Ausnahmesituationen die richtigen Entscheidungen umsetzen können, ohne erst auf die Fernsteuerung schauen und überlegen zu müssen, welcher Knüppel jetzt nochmal welche Steuersignale an die Drohne sendet.

Wenn Du Dich mit Mode 2 total unwohl fühlst und sich kein intuitives Gespür für die Steuerung einstellt, kann es im Ausnahmefall sinnvoll sein, einen anderen Steuerungsmodus auszuprobieren. Gerade für Linkshänder wird teilweise Mode 3 empfohlen, da die sensibleren Steuerungselemente dann mit der „stärkeren“ linken Hand ausgeführt werden.

Für Mode 2 spricht noch eine mechanische Besonderheit der Fernsteuerungen von Drohnen. Sie sind meist so konzipiert, dass der rechte Steuerungsknüppel durch eine Feder automatisch zentriert wird, wenn der Fernpilot den Knüppel loslässt. Dadurch verbleibt die Drohne bei aktivierter Satelliten-Unterstützung an ihrer Position, wenn der Knüppel nicht bewegt wird. Der linke Gasknüppel hat keine entsprechende Feder, sondern bleibt in seiner Position, weil die Drohne durchgehend Schub benötigt, um in der Luft zu bleiben. Bei einem Wechsel der Steuerungsmodi ist dies zu beachten, da nicht alle Fernsteuerungen die Federwirkung je nach ausgewähltem Steuerungsmodus anpassen.

Analogie zu bemannten Flugzeugen

In einem bemannten Flugzeug, in dem sich der Pilot an Bord befindet, werden das Höhenruder (Pitch) und das Querruder (Roll) über einen Steuerknüppel bedient, das Gas bzw. der Schub über einen Schieberegler und das Seitenruder (Yaw) über Fußpedale.

In Mode 2 entspricht der rechte Knüppel der Fernsteuerung dem Steuerknüppel des Piloten, während der linke Knüppel der Fernsteuerung die Funktionen vom Schieberegler für den Schub und den Pedalen übernimmt. Vor diesem Hintergrund entspricht der Steuerungsmodus 2 (und Mode 3 als invertierte Variante) am ehesten der Original-Steuerung eines Flugzeugs.