Nutzungsbedingungen für Drohnen im Inland und Ausland

Die folgenden Ausführungen stellen eine Zusammenfassung der in §21b LuftVO genannten Betriebsverbote für Drohnen (NoFly-Zones) und anderer gesetzlicher Auflagen für Deutschland dar. Grundsätzlich sind Flüge ohne gültigen Versicherungsschutz zur Haftung bei Drittschäden gesetzlich verboten. Das gleiche gilt für einen Betrieb unter Einfluss von Alkohol und Drogen sowie für Flüge außerhalb der Vorgaben des Herstellers. Bitte Fragen Sie vor jedem Start den Inhaber des Startgrundstücks um seine Freigabe!

Maximale Flughöhe / Sichtweite / FPV

Flüge außerhalb der Sichtweite des Steuerers sind verboten. Dies bedeutet, dass der Steuerer jederzeit ohne besondere technische oder optische Hilfsmittel (z.B. Kameras oder Ferngläser, eine Brille ist zugelassen) die Fluglage des Kopters eindeutig erkennen muss. Flüge in einer Höhe von mehr als 100 Metern über Grund sind ebenfalls verboten, sofern Sie nicht auf gesondert ausgewiesenen Modellflugplätzen erfolgen.
Flüge mit Videobrille (FPV) sind bis zu einer Höhe von 30 Metern über Grund erlaubt, wenn

  • der Kopter max. 250 Gramm wiegt oder
  • eine andere Person ("Spotter") das Gerät in seiner Sichtweite hat und den Steuerer direkt auf Gefahren hinweisen kann.

Menschenansammlungen & Unglücksorte

Zu Menschenansammlungen ist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten (horizontal und vertikal). Ab einer Menge von mehr als 12 Personen ist regelmäßig von einer Menschenansammlung auszugehen. Sie ist eine räumlich vereinigte Vielzahl von Menschen, deren genaue Anzahl an Menschen nicht sofort überschaubar ist und es auf das Hinzukommen oder Weggehen eines Einzelnen nicht mehr ankommt.

Wenn möglich, sollten Flüge über Menschen und Säugetiere komplett vermieden werden. Inhaber eines Drohnen-Führerscheins können bei den zuständigen Landesluftfahrtbehörden der Länder über das vereinfachte Erlaubnisverfahren eine Ausnahmeerlaubnis beantragen. Dann sind Flüge mit einem Mindestabstand von 10 Metern zu Menschenansammlungen nach der 1:1 Regel erlaubt (seitlicher Abstand zur Menschenmenge entspricht der maximal erlaubten Flughöhe).

Auch zu Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern einzuhalten. .

Wohngrundstücke

Über Wohngrundstücken (nicht kompletten Wohngebieten!) sind Drohnenflüge verboten. Dies gilt nicht, wenn der in seinen Rechten betroffene Eigentümer oder ein sonstiger Nutzungsberechtigter eines Wohngrundstücks (z.B. Mieter) dem Überflug ausdrücklich zugestimmt hat.

Inhaber eines Drohnen-Führerscheins Drohnen-Führerscheins können bei den zuständigen Landesluftfahrtbehörden der Länder über das vereinfachte Erlaubnisverfahren eine Ausnahmeerlaubnis beantragen, sofern die Flugroute über die Grundstücke unumgänglich ist und die Zustimmung der Eigentümer nicht in zumutbarer Weise einholbar ist.

Mit der Ausnahmeerlaubnis sind Flüge über Wohngrundstücken unter den folgenden Nebenbedingungen zulässig:

  • Startmasse < 2kg
  • Mindestflughöhe 30m über Grund
  • Max. 30 Min. täglich über einem Wohngrundstück an max. 4 Tagen pro Jahr

 

Verkehrswege

Zu Autobahnen, Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen ist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten (horizontal und vertikal). Dies gilt nicht, wenn die zuständige Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat.

Inhaber eines Drohnen-Führerscheins können bei den zuständigen Landesluftfahrtbehörden der Länder über das vereinfachte Erlaubnisverfahren eine Ausnahmeerlaubnis beantragen. Dann sind Flüge mit einem Mindestabstand von 10 Metern zu Verkehrswegen nach der 1:1 Regel erlaubt (seitlicher Abstand zum Verkehrsweg entspricht der maximal erlaubten Flughöhe).

Zusätzlich sind die folgenden Nebenbedingungen einzuhalten:

  • Mindestabstand von 50m zu Wasser-, Kraft- und Schienenfahrzeugen
  • Mindestflughöhe 50m über Grund / Wasser
  • Schifffahrtsanlagen (z.B. Schleusen) dürfen nicht überflogen werden

 

Energie- und Industrieanlagen

Zur Begrenzung von Industrieanlagen (inkl. solchen der Energieerzeugung und Energieverteilung) ist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten (horizontal und vertikal). Dies gilt nicht, wenn die ausdrückliche Erlaubnis des betroffenen Betreibers der Anlage(n) vorliegt.

Naturschutzgebiete

Über Naturschutzgebieten (§ 23 Abs. 1 BNatSchG), Nationalparks (§ 24 BNatSchG) und Vogelschutzgebieten (§ 7 Abs. 1 Nr. 7 BNatSchG) besteht ein Flugverbot. Landesrechtliche Vorschriften und Schutzgebietsverordnungen können abweichende Bestimmungen vorsehen. Vor jedem Flug sollte auf jeden Fall bei der zuständigen Behörde angefragt werden. Das Bundesamt für Naturschutz bietet eine gute Übersichtskarte.

Flughäfen, Heliports & kontrollierter Luftraum

Im Abstand von 1,5 km um die äußere Begrenzung von Flughäfen und Heliports gilt ohne Freigabe durch den zuständigen Tower bzw. die zuständige Flugsicherung ein totales Flugverbot für Kopter.

Zusätzlich umgibt große Flughäfen eine sogenannte Kontrollzone (CTR), in der der kontrollierte Luftraum bis zum Boden reicht (ground level). Im Gegensatz um unkontrollierten ist im kontrollierten Luftraum eine Flugverkehrskontrollfreigabe vom zuständigen Tower bzw. der Deutschen Flugsicherung erforderlich. Dies gilt auch für ferngesteuerte Flugmodelle allgemein und Drohnen im Speziellen ( § 16a Abs.1 Nr. 2 LuftVO). Anders als häufig zu lesen beschränkt sich diese Kontrollzone nicht auf einen Radius von 1,5 km um die Außenbegrenzung eines Flughafen, sondern erstrecken sich teilweise 30-40 km um die Landebahn. Der genaue Verlauf der Kontrollzonen kann z.B. den ICAO-Karten entnommen werden (rosa hinterlegte Bereiche) oder in unserer App recherchiert werden.

In Kontrollzonen ist bis zu einer Flughöhe von 50 Metern über Grund die Flugverkehrskontrollfreigabe durch die Deutsche Flugsicherung, die DFS Aviation Services GmbH und Austro Control automatisch ereilt (Details können Sie unserer App und den Downloads entnehmen). Größere Flughöhen müssen vom zuständigen Tower bzw. der Deutschen Flugsicherung (DFS) freigegeben werden.

Bei Flügen in Kontrollzonen sind zusätzlich die folgenden Punkte zu beachten:

  1. der Luftraum ist während des Fluges bezüglich anderer Luftverkehrsteilnehmer zu beobachten
  2. bemanntem Flugverkehr ist sofort auszuweichen (insbesondere durch die Verringerung der Flughöhe oder Landung)
  3. außer Kontrolle geratene Kopter sind unverzüglich dem Tower zu melden

Kleinere Flughäfen, für die keine eigene Kontrollzone eingerichtet ist, können von einer Radio Mandatory Zone (RMZ) umgeben sein. Vor dem Einflug in eine RMZ muss ein Funksprechverkehr mit dem Tower des Flugplatzes hergestellt werden. Vor dem Kopter-Flug in dieser Zone ist daher auf jeden Fall der zuständige Tower zu kontaktieren.

ACHTUNG: Einige Versicherer schließen Flüge im kontrollierten Luftraum aus!
So heißt es z.B. in Bedingungen: "Das Fluggerät darf nicht im kontrollierten Luftraum betrieben werden."

Die zuständigen Luftfahrtbehörden der Länder akzeptieren Versicherungen mit entsprechenden Passagen teilweise nicht als Pflichtversicherung und verweigern Genehmigungen. Auch bei privater Nutzung sollte der kontrollierte Luftraum unbedingt eingeschlossen sein, da Kopter z.B. bei einem Fly-away auch ungewollt in kontrollierten Luftraum undringen und dort Schäden verursachen können.

 

Krankenhäuser

Zu Krankenhäusern ist unabhängig von einem Heli-Port ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten (horizontal und vertikal).

Staatliche Einrichtungen

Zu Grundstücken von u.a. Liegenschaften von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen und mobilen Truppen der Bundeswehr, Verfassungsorganen, oberen und obersten Landes- und Bundesbehörden, diplomatischen Vertretungen oder internationalen Organisationen im Sinne des Völkerrechts ist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten (horizontal und vertikal). Dies gilt nicht, wenn die betroffene Stelle dem Betrieb des Kopters ausdrücklich zugestimmt hat. Weitere Angaben können Sie direkt in §21b LuftVO nachlesen.

Transport von Gegenständen oder Stoffen

Der Transport von gefährlichen Stoffen (z.B. explosive oder radioaktive Stoffe) durch Kopter ist genauso verboten wie der Transport von Gegenständen, Flüssigkeiten oder gasförmigen Substanzen, die geeignet sind, Panik, Furcht oder Schrecken bei Menschen hervorzurufen.

Nachtflüge

Im europäischen Luftrecht geht die Nacht vom Ende der bürgerlichen Abenddämmerung bis zum Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung. In dieser Zeitspanne benötigen alle Luftfahrzeuge (und damit auch Kopter) nach einer Durchführungsverordnung der EU (SERA 923/2012 Punkt 3215) spezielle Zusammenstoß-Warnlichter und Positionslichter. Es dürfen keine anderen Lichter geführt werden, die mit den zuvor genannten Lichtern verwechselt werden können. Farbe, Position und Mindestleuchtstärke der erforderlichen Beleuchtung regelt Anlage 1 zu den § 17 und 19 Abs. 7 LuftVO.

SORA Risikobewertung

Die einheitliche Risikobewertung SORA-GER stellt eine Grundlage zur Bewertung der Risiken des Betriebs von unbemannten Fluggeräten dar. SORA-GER wird gemäß der Gemeinsamen Grundsätze des Bundes und der Länder für die Erteilung von Erlaubnissen und die Zulassung von Ausnahmen zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten gemäß § 21a und § 21b LuftVO genutzt.

Einerseits soll dem Betreiber des Fluggeräts Aufschluss über das Risiko seines Vorhabens für Personen am Boden sowie andere Luftverkehrsteilnehmer gegeben werden, Andererseits erhält die erlaubniserteilende Landesluftfahrtbehörde objektive Kriterien zur Bewertung des Flugbetriebs.

Einen einfachen SORA-Rechner werden wir zeitnah in unserer App integrieren.

Drohnen-Gesetze im Ausland

Diese Karte zeigt gesetzliche Auflagen für die private Drohnen-Nutzung weltweit:

 

  • Grün bedeutet, dass der Einsatz ohne vorherige Genehmigung im Rahmen der lokalen rechtlichen Bestimmungen erfolgen kann.
  • Gelb bedeutet, dass private Flüge mit einer Drohne eine Genehmigung oder eine Prüfung erfordern.
  • Rot bedeutet, dass der private Betrieb von Multicoptern generell verboten ist. Bereits bei der Einreise am Flughafen kann es mit einer Drohne im Gepäck zu Problemen kommen.
  • Grau bedeutet, dass aktuell keine zuverlässigen Informationen hinterlegt sind.

Details und weitere wichtige Hinweise zu gesetzlichen und behördlichen Auflagen im Ausland (auch für die gewerbliche Nutzung) finden Sie auf unserer Partner-Seite my-road.de.

Meteorologische Betriebsgrenzen

Hier ist keine pauschale Aussage möglich, die Antwort hängt von den Vorgaben des Herstellers ab. Hier sind insbesondere Betriebsempfehlungen zu Temperatur, Windgeschwindigkeit und Niederschlag zu beachten.

Sollte diesbezüglich nichts in Ihrer Kopter-Anleitung vermerkt sein, sollten Sie aufgrund der sensiblen Mikroelektronik auf keinen Fall bei Niederschlag (Regen, Schnee, …) und zu hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. im Nebel) fliegen.

Die Windgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 50% der Maximalgeschwindigkeit Ihres Kopters betragen. Für Kopter der Klasse DJI Phantom 3 oder 4 können 28km/h als Richtwert für die maximale Windgeschwindigkeit dienen.

Das zulässige Temperaturfenster liegt für die meisten Kopter zwischen 0 °C und 40 °C.

Sonnenstürme und Ortungsgenauigkeit der Drohne

Es gibt mehrere Faktoren, die den Empfang bzw. die Qualität des GPS / GLONASS Signal beeinflussen können:

  • Fehlender Sichtkontakt zu einer ausreichenden Anzahl von Satelliten (z.B. in einem engen Tal oder in Häuserschluchten)
  • Dämpfung des Satellitensignals durch z.B. Bäume oder Wolken
  • Auswirkungen von Sonnenstürmen

Gewaltige Eruptionen auf der Sonnenoberfläche verursachen sogenannte Sonnenstürme, die die Qualität von Satellitensignalen massiv beeinträchtigen können. Die Stärke dieser solaren Teilchenstrahlung bzw. der Störung des Erdmagnetfeldes wird u.a. im KP-Index abgebildet. Bei einem geomagnetischen Sturm ab einem KP-Wert von 3 können spürbare Beeinflussungen der GPS bzw. GLONASS Genauigkeit in Verbindung mit einem Magnetkompass auftreten, sodass der Kopter z.B. spontane Positionsänderungen durchführt. Ab einem KP-Wert von 4 sollten Sie nur im manuellen Modus ohne Unterstützung von Kompass und Satellitensystemen fliegen.