Neue EU-Verordnungen in Kraft

Seit dem 01.07.2019 sind verschiedene EU-Verordnungen in Kraft getreten. Ziel ist es, einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für den Betrieb von Drohnen innerhalb der EU zu schaffen. Zu nennen sind hier die Delegierte Verordnung 2019/945, die Durchführungsverordnung 2019/947 und zuletzt die Durchführungsverordnungen 2020/639 und 2020/746.

UPDATE 05.06.2020: Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wird der Termin für die Anwendung der Durchführungsverordnung (EU) 2019/974 über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge um 6 Monate auf den 31.12.2020 verschoben. Dieses Datum wurde gewählt, damit sich auch Großbritannien vor dem Brexit den neuen Regelungen anschließen kann. Die ebenfalls angepassten Übergangsfristen haben wir in den folgenden Ausführungen berücksichtigt.

UPDATE 01.10.2020 Trotz der Verschiebung ist mit einer Umsetzung des EU-Rechts in der deutschen Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) nicht vor dem II. Quartal 2021 zu rechnen. Unabhängig davon wird das EU-Recht ab dem 01.01.2021 unmittelbar auch in Deutschland angewendet. 

Damit der Betrieb von Drohnen in dieser Übergangszeit ohne angepasste LuftVO möglich ist und Gewerbetreibende ihrer Tätigkeit nachkommen können, werden in 2020 von den zuständigen Landesluftfahrtbehörden erteilte Betriebsgenehmigungen gültig bleiben (bis maximal 31.12.2021).

Für Fragen zu den EU-Drohnenführerscheinen beachten Sie bitte auch unseren gesonderten Artikel zu diesem Thema.

Grundlagen den Drohnen-Verordnungen in der EU

Das neue EU-Recht unterteilt Drohnen nach Gewicht, Einsatzort und Betriebszweck in drei Kategorien, wobei sich je nach Kategorie der administrative Aufwand für den Betrieb deutlich unterscheidet:

Offene Kategorie
("open category")

In diese Kategorie fällt der Betrieb von Drohnen, der mit dem geringsten Risiko verbunden ist. Für den Betrieb ist keine Genehmigung oder Erklärung des Piloten erforderlich. Um in diese Kategorie zu fallen, müssen Drohnen technisch den definierten Klassen („classes“) C0 bis C4 zugeordnet werden können (mehr lesen).

Spezielle Kategorie
("specific category")

Ist ein Betrieb durch die open Category nicht abgedeckt, fällt er in die specific category und erfordert eine Risikobewertung und Betriebsgenehmigung durch die zuständige Behörde (Stichwort: SORA). Je nach Ergebnis werden spezielle Anforderungen an den Fernpiloten und das UAS (unmanned aircraft system) gestellt (mehr lesen).

Zulassungspflichtige Kategorie
("certified category")

Für Drohnen dieser Kategorie sind die Zulassung des Luftfahrzeugs, eine Fernpiloten-Lizenz sowie ein Zeugnis der Betreibergesellschaft (LUC-Zeugnis) erforderlich. Umfang der gesetzlichen Vorgaben und Maße der Drohnen dieser Kategorie unterscheiden sich nicht zwingend von der bemannten Luftfahrt, nur das kein Pilot an Bord ist (mehr lesen).

Da unsere Kunden sich überwiegend in der offenen und teilweise in der speziellen Kategorie bewegen, werden wir bei den folgenden Ausführungen den Schwerpunkt auf diese Bereiche legen.

Neue Anforderungen an Technik und Qualifikation

Neben den Kategorien bilden die folgenden drei Grundpfeiler des „U-Space-System“ wichtige Eckpunkte der EU-Verordnungen für Drohnen:

Registrierung

Die Betreiber von Drohnen sollen sich zukünftig selbst in einer Datenbank registrieren, und zwar in dem Mitgliedsstaat, in denen sie ihren Wohnsitz bzw. Hauptgeschäftssitz haben (mehr lesen).

Geo-Sensibilisierung

Unter Geo-Awareness wird eine Funktion verstanden, die eine potenzielle Verletzung von Luftraumgrenzen durch Drohnen erkennt und Fernpiloten entsprechend warnt (mehr lesen).

Direkte Fernidentifikation

Informationen über ein im Betrieb befindliches unbemanntes Luftfahrzeug werden in Echtzeit über offene Übertragungsprotokolle zum Boden gesendet (mehr lesen).

Zusätzlich gelten ab dem 01.01.2021 neue Anforderungen an die Qualifikation bzw. Kompetenz des Fernpiloten (mehr lesen).