Jedes Jahr stehen unsere Telefone nach Weihnachten nicht still, weil viele Menschen vor den gleichen Herausforderungen stehen. Die vielen Fragen lassen sich zu Themenbereichen zusammenfassen:
Damit dein erster Drohnenflug sicher, legal und frustfrei gelingt, findest du hier einen umfassenden Leitfaden zu rechtlichen Grundlagen, administrativen Aufgaben und den besten Praxistipps für Einsteiger.
Der Reiz ist groß, die neue Drohne einfach auszupacken und mit der Restenergie in den Akkus sofort loszufliegen. Doch wenn Du das tust, begehst Du gleich mehrere Ordnungswidrigkeiten, eventuell sogar Straftaten. Wir zeigen Dir, welche Schritte für Anfänger zuerst zu erledigen sind, BEVOR Du das erste Mal abhebst.
Alle Drohnen, die sich aus eigener Kraft im Luftraum bewegen können (= im Freien schweben und fliegen können), fallen unter die EU-Drohnenverordnung. Diese schreibt vor, dass sich alle Betreiber (= Eigentümer bzw. Halter einer Drohne) online beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren müssen, wenn die Drohne z.B. eine Kamera hat. Diese Pflicht zu Registrierung betrifft daher eigentlich alle DJI-Modelle. Wie Du Dich beim LBA als Betreiber registrieren kannst, erklären wir Dir ausführlich in unserem Ratgeber.
Mit der Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt erhältst Du eine elektronische Registrierungsnummer (eID). Diese eID muss sichtbar auf der Drohne angebracht werden. Das kann entweder über z.B. eine feuerfeste Plakette erfolgen. Es genügt aber auch, die eID einfach mit einem wasserfessten Stift auf das Gehäuse der Drohne zu schreiben.
Wichtig: Zusätzlich ist die eID in der Software der Drohne zu hinterlegen. Sie ist Teil der für neue Drohnen (Klassen C1 bis C6) vorgeschriebenen "Fernidentifikation", die es z.B. Sicherheitsbehörden erlaubt, illegal eingesetzte Drohnen zu orten und ihren Betreiber bzw. Halter zu identifizieren.
Im Registrierungsprozess werden Daten zu Deiner Drohnenversicherung abgefragt. Daher ist der erste Schritt eigentlich nicht die Registrierung, sondern der Abschluss einer entsprechen Haftpflichtversicherung für die Drohne.
In Deutschland gilt für jedes Luftfahrzeug und damit auch für Drohnen eine Versicherungspflicht. Eine Haftpflichtversicherung für Drohnen ist also gesetzlich vorgeschrieben.
Rein privat genutzte Drohnen sind teilweise über die Privat-Haftpflicht abgedeckt. Doch häufig zeigt ein Blick ins Kleingedruckte böse Überraschungen. So werden in vielen Versicherungsbedingungen z.B. Luftfahrzeuge ausgeschlossen, die durch Motoren angetrieben werden oder die der Versicherungspflicht unterliegen. Beide Beispiele würden dazu führen, dass die Drohne doch nicht versichert ist.
Daher empfehlen wir, die Bedingungen auf jeden Fall von einem Experten prüfen zu lassen. Gerne übernehmen wir diese Aufgabe. Häufig ist der Abschluss einer für Drohnen geeigneten Privat-Haftpflicht oder einer eigenen reinen Drohnenversicherung der richtige Weg, um auf der sicheren Seite zu sein und nicht die nächste Ordnungswidrigkeit zu begehen.
Auf unserer Homepage haben wir für die private Nutzung, aber auch für gewerbliche Kunden die besten Drohnenversicherungen verglichen. Über unseren Vergleichsrechner findest Du auch den passenden Versicherungstarif für Deine Drohnenversicherung.
Wichtig: Erst, wenn Dir die Versicherungsnummer bekannt ist, kannst Du die Registrierung beim LBA abschließen und offiziell losfliegen!
Viele neue Drohnenpiloten wissen nicht, dass ein Drohnenführerschein Pflicht sein kann. Für Flüge in der sogenannten Offenen Kategorie sind zwei Drohnenführerscheine zu unterscheiden:
Für Einsteiger empfiehlt sich das A1/A3 Zertifikat in jedem Fall, unabhängig vom Gewicht der Drohne. Der Schein kann zusammen mit der Registrierung direkt online beim LBA absolviert werden.
Egal ob Stadt, Wald oder Urlaubsort – überall gibt es Bereiche, in denen Du mit Deiner Drohne nicht fliegen darfst. Diese Flugverbotszonen gelten übrigens unabhängig vom Gewicht der Drohne, u.a. auch für Mini-Drohnen unter 250g.
Der Fachbegriff für diese Bereiche, in denen besondere Auflagen zu beachen sind oder Drohnenflüge komplett verboten sind, lautet "Geografische Gebiete", oder kurz: Geo-Zonen. Vor Deinem ersten Start solltest Du dich auf jeden Fall über aktuelle Geo-Zonen in Deiner Nähe informieren. Sie gibt es z.B.um Flughäfen, Krankenhäuser, Industrieanlagen, aber auch über fremden Wohngrundstücken. Eine Übersicht der verschiedenen Kategorien von Geografischen Gebieten haben wir ebenfalls in unserem Ratgeber hinterlegt.
Bei der Suche und Recherche von Geo-Zonen können Apps hilfreiche Tools sein. Beispielsweise unsere hauseigene Kopter-Profi App zeigt Dir die vom Bundes-Verkehrsministerium offiziell veröffentlichten Zonen mit verständlichen Erklärungen an.
Weil Deine Drohne eine Kamera besitzt, sind nicht nur das Luftrecht, sondern u.a. auch das Datenschutzrecht und das Persönlichkeitsrecht zu beachten. Vermeide vor diesem Hintergrund z.B. gezielte Aufnahmen fremder Personen, fliege nicht ohne Erlaubnis über private Grundstücke und speichere keine sensiblen Bilddaten.
Bei der Beurteilung einer Situation hilft häufig der gesunde Menschenverstand: Was Du selbst nicht möchtest, solltest Du auch nemand anderem "antun". Insbesondere Fotos oder Videos aus dem intimen Lebensbereich von Fremden sind ein Tabu - und das nicht nur bei Luftbildern. Gegenseitige Rücksicht schützt Dich daher vor juristischem Ärger – und andere vor unerwünschten Aufnahmen.
Wenn Du als Anfänger für den Start mit Deiner neuen Drohne auf "Nummer Sicher" gehen möchtest, empfehlen wir Dir unser Weninar "Mit Sicherheit durchstarten in der offenen Kategorie". Als vom LBA zugelassene Prüfstelle haben wir das erforderliche Fachwissen aus erster Hand, um Dir zu erklären, was Du mit Deiner Drohne darst und was nicht.
In den Webinaren gehen wir gezielt auf die Themen ein, die Piloten wirklich beschäftigen. Verständlich und praxisnah erklären wir anhand von konkreten Beispielen die aktuellen Vorschriften. Und natürlich gehen wir auch auf Deine individuellen Fragen ein.
Auch wenn es langweilig klingt: Einsteiger sollten sich unbedingt mit dem technischen Handbuch (= Bedienungsanleitung) und mit der Steuer-App der Drohne (z.B. der DJI Fly App) beschäftigen. Im EU-Recht ist es sogar ausdrücklich als absolut notwenige Qualifikation für den Fernpiloten (= Drohnenpilot) hinterlegt, die Bedienungsanleitung vor dem Start zu lesen.
Bei dem Selbststudum von Handbuch bzw. PDF und App solltest Du vor allem die folgenden Aspekte vertiefen, verstehen und ggf. praktisch umsetzen können:
Die Ursache für viele Fehlfunktionen und Flyaways liegt in einer falschen Kalibrierung der Sensoren einer Drohne. Ein sauber kalibriertes System verhindert teure Abstürze.
Daher solltest Du vor dem ersten Start unbedingt die IMU auf einer absolut ebenen Fläche kalibrieren (z.B. auf einem Ceran-Kochfeld), damit die Drohne diese Lage als "Normal-Lage" abspeichern kann, in diese sie immer wieder versucht zurückzukehren.
Ebenso wichtig ist die Kalibrierung des Kompass vor dem ersten Start. Achte hierbei auf einen ausreichenden Abstand zu metallischen Oberflächen und elektromagnetische Feldern. Daher sollte die Kompass-Kalibrierung unbedingt im Freien durchgeführt werden. Achte auch darauf, dass Du kein Smartphone am Körper trägst oder in der anderen Hand hältst.
Der nahegelegendste Ort vor Deinem Haus oder Deiner Wohnung ist nicht zwangsläufig der beste Platz für die ersten Start oder Systemtest. Dein optimales Trainingsgelände sollte idealerweise die folgenden Anforderungen erfüllen:
Wenn Du den geeigneten Ort ausgewählt hast, die Wetterbedingungen passen und Du alle rechtlichen Auflagen erfüllt hat, ist es endlich soweit: Dein erster Drohnenflug kann beginnen!
Stsrte nicht gleich mit waghalsigen Manövern, sondern über zunächst die Knüppelbewegungen für die Grundfunktionen:
Übe die Manöver wieder und wieder, bis Deine verfügbaren Akkus leergeflogen sind. Wiederhole die Grundlagen an den nächsten Tagen und steigere Dich langsam, z.B. indem Du die Manöver schneller fliegst. Diese leichten Übungen trainieren Dein Muskelgedächtnis und machen Dich zum sicheren Drohnenpiloten.
Betätige irgendwann auch den "Notffallkopf", um das automatische Zurückkehren der Drohne zum Startpunkt zu testen ("Return-to-Home). Es gibt Dir Sicherheit, wenn Du weißt, was die Drohne in diesem Fall tut.
Wichtig: Das Return-to-Home Manöver ist ein Notfallverfahren und sollte auch nur als solches genutzt werden. Versuche in der Praxis immer, die Drohne selbst zurück zu steuern und sicher zu landen.
Viele DJI-Drohnen haben beeindruckende 4K Kameras, die mit den automatischen Einstellungen hervorragende Ergebnisse liefern. Für Einsteiger sind die folgenden Basis-Einstellungen empfehlenswert:
Je sicherer Du im Fliegen wirst, desto mehr kannst Du während der Trainingsflüge natürlich auch mit manuellen Kamera-Einstellungen experimentieren.
Wenn Du länger nicht geflogen bist, beginnen smarte Flugakkus, sich automatisch zu entladen, bis sie den optimalen Lagerzustand erreicht haben. Prüfe daher vor jedem geplanten Start den Ladezustand Deiner Akkus und lade Sie ggf. voll, sollte der Ladzustand unter 100% liegen. Das gleiche gilt für die Fernsteuerung! Nichts ist ärgerlicher, als vollgeladene Flugakkus, aber ein leerer Akku in der Fernsteuerung...
Wenn Du fliegst, solltest Du den Ladezustand des Akkus nie unter 20% kommen lassen. Wenn die Drohne aufgrund des geringen Akku-Levels automatische SIcherheitsverfahren einleitet, geraten Anfänger regelmäßig in Panik: z.B. wenn die Drohne in einen immer schneller beginnt zu sinken, bis diese Reduzierung des Schubs nicht mehr übersteuert werden kann. Daher kehre immer rechtzeitig zum Startpunkt zurück und kaufe DIr ggf. einen Zweitakku, wenn Du länger fliefen möchtest.
Gerade leichte DJI-Drohnen wie die DJI Mini-Modelle oder kleine FPV-Drohnen können starkem Wind nur begrenzt entgegenwirken. Achte daher immer auf Warnhinweise der Steuer-App.
Wenn der Hersteller der Drohne keine maximale Windgeschwindkeit für den Betrieb veröffentlicht hat, kann die folgende Faustformel helfen: Die Windgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 50% der maximalen Fluggeschwindigkeit der Drohne im verwendeten Modus entsprechen.
Wenn Du Deine Drohne beispielsweise im Normal-Modus fliegst und die Maximalgeschwindigkeit liegt hier bei 18 km/h (= 5 m/s), dann sollte die Windgeschwindigkeit an Deinem Flugort 9 km/h nicht übersteigen.
Auch wenn viele DJI-Drohnen verschiedenste Sensoren zur Erkennung von Hindernissen haben (Sichtsensoren, LiDAR und Infrarot), teilweise sogar in alle vier Richtungen und zusätzlich nach oben und unten, bedeutet das nicht, dass die Drohne jedes Hindernis erkennt. Gerade dünne Äste oder Drähte fordern immer wieder die technischen Grenzen heraus. Daher schau beim Fliegen der Drohne nicht nur auf das Display der Fernsteuerung, sondern habe auch immer die Umgebung der Drohne im Blick. Schließlich darfst Du auch nur in Sichtweite fliefen.
In der EU gilt: Drohnen müssen in Sichtweite geflogen werden. Dieser Modus wird als VLOS-Betrieb bezeichnet, ein Betrieb in Visual-Line-Of-Sight. VLOS meint dabei nicht, die Drohne lediglich noch als kleinen Punkt am Himmel sehen zu können.
Ein Flug in Sichtweite meinte, dass der Fernpilot jederzeit in der Lage ist, Sichtkontakt mit der Drohne zu halten, sodass er auch die Fluglage richtig beurteilen kann (z.B. zu erkennen, wo vorne ist). Dies muss ohne technische Hilfsmittel möglich sein (z.B. ohne Fernglas oder das Display der Fernsteuerung).
Für FPV-Flüge mit Video-Brille gelten Sonderregeln, die wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst haben.
Wer eine Drohne zu Weihnachten geschenkt bekommt, möchte natürlich sofort losfliegen. Doch als Einsteiger solltest Du Dir etwas Zeit nehmen, um
Mit diesen einfachen Schritten legst Du den Grundstein für sichere, beeindruckende und verantwortungsvolle Drohnenflüge – ganz egal, ob du Landschaften filmen, Urlaubsaufnahmen machen oder beruflich mit einer DJI Drohne einsteigen möchtest. Wenn du noch unsicher bist, findest du auf kopter-profi.de Schulungen, Versicherungen, Apps und viele weitere Tipps für Drohnenanfänger.