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FPV ("First Person View")

Was ist bei FPV-Flügen mit einer Drohne zu beachten?

FPV beschreibt eine besondere Art des Drohnenflugs, bei der der Pilot direkt aus der Perspektive der Drohne sieht ("aus erster Hand") – meist über eine Video-Brille (FPV-Brille). Anstatt die Drohne von außen zu beobachten, taucht er in das Flugerlebnis ein: enge Kurven, schnelle Beschleunigungen, Hindernisflüge und spektakuläre Manöver wirken so, als säße man selbst im Cockpit. Genau deshalb fasziniert FPV seit Jahren nicht nur Hobby-Piloten, sondern auch Filmemacher, Sportler und Content-Creator, die dynamische Aufnahmen suchen, die klassische Kameradrohnen kaum erreichen.

Wie funktioniert FPV?

Vom FPV-Flug mit einer Drohne ist die Rede, wenn der Fernpilot eine Videobrille trägt, in die das Livebild der Drohnenkamera projiziert ist. Er steuert die Drohne dann aus der Perspektive eines virtuellen Piloten, als würde er sich an Bord der Drohne befinden. Ein FPV-System besteht typischerweise aus:

  • FPV-Kopter (meist leicht, wendig und leistungsstark mit entsprechenden Propellern, Akkus und Kamera)
  • FPV-Brille (zeigt das Livebild in Echtzeit vor dem Auge des Piloten)
  • Fernsteuerung (teilweise werden klassische Fernsteuerungen durch Motion-Controller ersetzt)

Während herkömmliche Kameradrohnen oft GPS-gestützt schweben und viele Assistenzsysteme besitzen, wird ein FPV-Kopter direkter und manueller gesteuert. Das ermöglicht präzise Bewegungen – erfordert aber mehr Übung, vor allem beim manuellen („Acro“) Flugstil.

Einsatzgebiete von FPV 

FPV ist längst mehr als ein Nischenhobby – es ist eine eigene Flugkultur. Nicht ohne Grund hat der Marktführer DJI dem Thema eigene Modelle gewidmet (z.B. die DJI Avata Serie). Doch klassische FPV-Enthusiasten schwören auch weitehrin auf puristische Eigenbauten oder innovative Modelle von Spezialherstellern (wie z.B. von BETAFPV).

Wer einmal mit einer FPV-Brille in diese Welt eingetaucht ist, versteht sofort, warum diese Art des Fliegens so viele Menschen begeistert. Ein derart immersives Fluggefühl ist mit einer klassischen Kameradrohne nicht zu erreichen. Bei FPV "sitzt" der Pilot gedanklich im Cockpit, spürt jede Bewegung und taucht komplett in die Szene ein.

Dabei ist FPV ist nicht nur „Action und Adrenalin“. Es gibt inzwischen viele verschiedene Anwendungsbereiche, die auch kommerziell genutzt werden:

  • Cinematic FPV: ruhige, fließende Kamerafahrten für Filme, Werbung und Social Media
  • Freestyle: spektakuläre Flips, Rolls und Trickflüge
  • Racing: Wettbewerbssport in Highspeed-Parcours
  • Indoor Flythroughs: durch Gebäude, Hotels oder Immobilien – sehr gefragt im Marketing. 

Die technische Entwicklung macht FPV zudem immer zugänglicher – sei es durch stabilere Digital-Feeds, leichtere Drohnen oder neue 360°-Kameras, die selbst die Drohne aus dem Bild „verschwinden“ lassen.

Gamechanger
Antigravity A1

Im Dezember 2025 brachte Insta260 mit der Antigravity A1 eine Weltpremiere auf den Markt: eine FPV-Drohne mit serienmäßiger 360°-Kamera. Statt einer klassischen Kamera nutzt die A1 zwei stark gewölbte Linsen: eine nach oben, eine nach unten. So wird die komplette Umgebung sphärisch aufgenommen.

Durch eine ausgeklügelte Software werden Rumpf, Propeller und Fahrwerk der Drohne automatisch aus dem Live-Bild herausgerechnet, genauso wie aus Videos und Fotos. Ergebnis: eine 360°-Aufnahme ohne sichtbare Drohne, fast wie eine „schwebende Kamera“.

Highlights: 

  • 🎥 8K 360°-Video: Die A1 nimmt 8K in 360° auf -  das schafft enorme kreative Freiheit. 
  • Shoot first, frame later: Im Nachgang lässt sich der Blickwinkel per Software frei wählen: Man kann aus einem einzigen Flug beliebig viele Perspektiven generieren („Reframing“), z. B. 16:9 für YouTube, 9:16 für Reels oder 1:1 für Thumbnails. 
  • Motion-Controller („Grip“): Die Steuerung erfolgt über Point-&-Fly: mit dem Controller bestimmst du die Richtung, über eine Wippe gibst Du Gas.
  • Head-Tracking: Unabhängig von der Flugrichtung steuert deine Kopfbewegung die Blickrichtung. So kannst du während des Fluges frei in alle Richtungen schauen. Das vermittelt echtes „first-person“ Erlebnis und maximale Immersion.  

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Rechtlicher Rahmen für FPV

Die technischen FPV-Möglichkeiten vermitteln dem Piloten das Gefühl kompletter Freiheit beim Fliegen der Drohne. Doch FPV-Flüge finden nicht im rechtsleeren Raum statt. Die gute Nachricht ist: FPV ist nach europäischem und deutschen Recht auch in der offenen Kategorie erlaubt. Wer FPV fliegt, sollte allerdings die folgende Punkte kennen und beachten, um nicht mit dem geltenden Gesetz in Konflikt zu geraten:   

FPV erfordert einen Spotter

Da man die Drohne beim FPV nicht mehr mit eigenen Augen sieht, ist nach EU-Recht eine zweite Person erforderlich, die die Drohne stets in direkter Sicht (VLOS) beobachtet. Dieser sogenannte Spotter (auch UA Observer bzw. Drohnenbeobachter) leiht dem Fernpiloten quasi seine Augen. Der Gesetzestext formuliert die folgenden Anforderungen an den Spotter während des FPV-Flugs: 

  • Der Spotter muss die Drohne jederzeit in direktem Sichtkontakt haben (ohne Sehhilfe wie z.B. ein Fernglas).
  • Der Spotter muss sich direkt neben dem Fernpiloten befinden, sodass die beiden unmittelbar und ohne technische Hilfsmittel miteinander kommunizieren können.
  • Eine Erweiterung der VLOS-Distanz (Extended Visual Line of Sight, EVLOS) durch den Spotter ist also nicht zulässig. 
  • Die Vorgabe des Spotters gilt auch für Drohnen unter 250g, es gilt KEINE Ausnahme für Mini-Drohnen. 

Achtung: Auch bei der Nutzung eines Spotters bleibt der steuernde Fernpilot für die Sicherheit des Fluges verantwortlich!

Einsatz in der offenen Kategorie

Ohne eine spezielle Betriebsgenehmigung der Luftfahrtbehörde darfst Du Deine FPV-Drohne nur in der offenen Kategorie betreiben. Das bedeutet, dass Du die Grenzen der offenen Kategorie einhalten musst. Dazu gehören beispielsweise: 

  • Maximale Flughöhe 120 Meter über Grund
  • Kein Flug über Menschenansammlungen
  • Geografische Gebiete und Flugverbotszonen sind zu beachten (z.B. Wohngrundstücke und Industrieanlagen)
  • Flug nur in Sichtweite des Spotters

Bei FPV-Drohnen unter 250g gilt nicht das gesetzliche Mindestalter von 16 Jahren für den Piloten. Auch ist kein Drohnenführerschein erforderlich. Dennoch empfehlen wir, mindestens den kleinen Kompetenznachweis A1/A3 online beim LBA zu absolvieren. 

Versicherungspflicht 

Drohnen sind Luftfahrzeuge, die der Versicherungspflicht unterliegen. Das gilt auch für kleine Drohnen unter 250 Gramm und Eigenbauten. Die passende Versicherung für Deine FPV-Drohne findest Du in unserem Versicherungsvergleich: 

Was Anfänger beim FPV-Fliegen beachten sollten

Für Anfänger ist wichtig zu wissen: Beim FPV-Flug steuert man schneller, direkter und dynamischer als mit GPS-gestützten Drohnen. Hier wird die Drohne nicht einfach von GPS-Punkt zu GPS-Punkt verschoben, sondern es ist mehr fliegerisches Können erforderlich.

FPV-Kopter sind oft kleiner, wendiger und speziell dafür gebaut, auch enge Räume oder schnelle Flugmanöver zu meistern. Die Steuerung erfordert etwas Übung, belohnt aber mit einem extrem intensiven Flugerlebnis, das viele als „echtes Fliegen“ beschreiben. 

Fazit: Klein, aber nicht regellos  

FPV ist eine der spannendsten und kreativsten Formen des Drohnenflugs. Egal ob cineastische Kamerafahrten, packendes Racing mit jeder Menge Rennaction oder ruhige Immersionsflüge – FPV eröffnet Möglichkeiten, die weit über das hinausgehen, was herkömmliche Drohnen leisten. Mit dem passenden Wissen, einem verantwortungsvollen Flugstil und einem Verständnis des EU-Rechtsrahmens steht diesem besonderen Flugerlebnis nichts im Wege.