In Deutschland werden jedes Jahr dutzende Drohnensichtungen rund um Flughäfen gemeldet. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) registriert in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg solcher Vorfälle. Besonders betroffen sind große Verkehrsflughäfen wie Frankfurt, Berlin und München. Warum steigen die Meldungen?
Viele unterschätzen das Risiko kleiner Multicopter. Doch bereits eine 250g Drohne kann ein Verkehrsflugzeug ernsthaft gefährden.
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1. Kollision mit dem TriebwerkDas Triebwerk eines Passagierflugzeugs saugt pro Sekunde mehrere hundert Kubikmeter Luft an. Gelangt eine Drohne hinein, drohen fatale Folgen:
2. Schäden am Cockpit oder an SensorenBesondere Angst haben Piloten davor, dass eine Drohne mit sensiblen Stellen der Außenhülle kolidiert:
3. Start und Landung sind besonders kritischDie gefährlichsten Situationen entstehen beim Flug in niedriger Höhe:
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Jede Sichtung einer Drohne zwingt die Crew in der Luft, defensive Maßnahmen einzuleiten, um die Sicherheit zu gewährleisten. Oft müssen Landungen abgebrochen oder Routen kurzfristig angepasst werden.
Auch am Boden hat eine Drohnen-Sichtung am Flughafen enorme Auswirkungen, da sie zu einem sofortigen Start- und Landestopp führt. Daraus resultieren nicht nur ärgerliche Flugverspätungen, sondern vor allem erhebliche wirtschaftliche Schäden. Schon wenige Minuten Unterbrechung des Flugbetriebs können für den Flughafenbetreiber und die Airlines Schäden im hohen fünfstelligen Bereich verursachen. In Extremfällen werden in der Fachliteratur sogar Kosten von bis zu 100.000 € pro Minute genannt.
Die EU-Drohnenverordnungen und ihre Umsetzung im deutschen Recht (z.B. in der LuftVerkehrsOrdnung, LUFTVO) beinhalten klare Regeln für den Betrieb von Drohnen. Danach ist das Fliegen in der Nähe von Flughäfen ohne Genehmigung verboten.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Unterscheidung von großen Verkehrsflughäfen (mit CTR-Luftraum) und kleineren Flugplätzen. In der Nähe von Flughäfen gelten für Drohnen striktere Regeln als bei Flugplätzen: die Sicherheitsabstände sind größer, die Strafen härter und die Lufträume meist dauerhaft kontrolliert.
Für die Beurteilung der rechtlichen Situation sind vor allem der kontrollierte Luftraum um Flughäfen und der Nahbereich von Flughäfen und -plätzen zu berücksichtigen. Nur so lässt sich sagen, ob ein Flug in Flugplatznähe genehmigt werden kann oder (zumindest im Rahmen der offenen Kategorie) nicht durchführbar ist.
Wer mit seiner Drohne illegal in der Nähe eines Flughafens fliegt, riskiert massive Strafen:
Auch ohne ein beschädigtes Flugzeug droht ein Bußgeld bis zu 100.000 €, wenn ein Fernpilot ohne Genehmigung in einem Flugverbotsgebiet (z.B. in der Geozone eines Flughafens) fliegt.
Wer fahrlässig oder vorsätzlich den Flugbetrieb gefährdet, dem drohen bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe, bei einer Gefährdung von Menschen sogar bis zu 10 Jahre Gefängnis.
Die entstandenen Schäden bei Flughafenbetreibern und Airlines muss der Fernpilot ersetzen (bis zu 100.000 € pro Minute Flugausfall am Flughafen).
Flugzeuge zu beobachten und zu fotografieren ist ein beliebtes Hobby. Drohnen eröffnen dabei faszinierende neue Perspektiven. Doch insbesondere in der Nähe von Flughäfen ist strikte Vorsicht geboten. Die Zahl der Drohnensichtungen wächst, und jede Meldung kann ernsthafte Folgen für den Luftverkehr haben. Wer eine Drohne fliegt, muss die Regeln kennen und einhalten. Illegale Flüge sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden Menschenleben und können hohe Strafen nach sich ziehen.
Mit verantwortungsbewusstem Verhalten, moderner App-Unterstützung und Kenntnis der Rechtslage sind sichere und legale Drohnenflüge jederzeit möglich. Für einen Überblick der rechtlichen Rahmenbedingungen empfehlen wir unser Webinar "Mit Sicherheit durchstarten in der offenen Kategorie" und "Geo-Zonen verstehen und meistern". Wer tiefer gehen möchte, sollte die Kurse und Prüfungen zum Drohnenführerschein absolvieren.