Wer benötigt eine Betriebsgenehmigung in der specific category?

Wer seine Drohne im Rahmen der open category betreibt, muss keine Betriebsgenehmigung beantragen: sie gilt automatisch als erteilt. Daher sollte der Betrieb einer Drohne wenn möglich immer innerhalb der offenen Kategorie stattfinden, um sich den Aufwand des Genehmigungsprozesses zu ersparen.

Gewerblichen Drohnen-Piloten genügen aber die engen Betriebsgrenzen der open category häufig nicht. Das verdeutlichen zwei kurze Beispiele:

  • Ich möchte mit einer DJI Mavic 3 (unklassifiziert, nicht < 500 g) dichter als 50 Meter an unbeteiligte Personen heranfliegen --> nicht möglich in der open category
  • Ich möchte mit einer DJI Inspire 2 (unklassifiziert, nicht < 2 kg) über besiedeltem Gebiet oder dichter als 150 Meter an einem Gewerbegebiet fliegen --> nicht möglich in der open category

Wenn ein Drohnenflug die Vorgaben der offenen Kategorie nicht erfüllt, ist ein Betrieb ohne weitere Genehmigung verboten. Es ist zu prüfen, ob der Betrieb in der nächst höheren, der speziellen Kategorie, stattfinden kann. Um eine Drohne in dieser specific category betreiben zu dürfen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Nutzung eines Standard-Szenarios: Die Einführung der Standard-Szenarien (STS) wurde auf Ende 2023 verschoben, da es derzeit keine nach C5 oder C6 klassifizierten Drohnen gibt.
  • Beantragung einer Betriebsgenehmigung: Ohne STS muss aktuell eine Betriebsgenehmigung beantragt werden, um in der specific category fliegen zu dürfen.

Wie kann eine Betriebsgenehmigung in der specific category beantragt werden?

Für die Bearbeitung des Antrags ist grundsätzlich die Luftfahrtbehörde des Bundeslandes (LLB) zuständig, in dem der Antragssteller seinen Firmensitz bzw. seinen Hauptwohnsitz hat. Die Bundesländer haben allerdings das Recht, ihre Zuständigkeit an das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zu delegieren. Den sich hieraus ergebenden Flickenteppich an Zuständigkeiten haben wir im obigen Video dargestellt.

Der Antragsprozess ist deutlich umfangreicher und auf keinen Fall mit dem Aufwand vergleichbar, den man früher für die Beantragung einer Aufstiegserlaubnis hatte. Konkret besteht ein Antrag aus den folgenden vier Typen von Dokumenten:

Antragsformular

Für den eigentlichen Antrag ist das entsprechende Formblatt vollständig auszufüllen. Der Antrag ist bei der zuständigen LLB oder beim LBA zusammen mit dem Betriebshandbuch, der Risiko-Analyse und den XML-Dateien einzureichen.

Betriebshandbuch

Im Betriebshandbuch sind allgemeine, betriebliche und technische Informationen des Betreibers der Drohne niederzuschreiben. Synonyme sind "Concept of Operations" (ConOps) oder "Operations Manual" (OM).

Risikobewertung

Das Risiko ist anhand eines vordefinierten Einsatzrahmens (Pre-Defined Risk Assessment, PDRA) oder mit einer individuellen Risiko-Analyse (Specific Operational Risk Assessment, SORA) zu ermitteln und zu bewerten.

Geografische XML-Datei

Jeder Betriebsort ist einzeln aufzulisten, unter Berücksichtigung eines Notfall-Volumens (contingengy volume) und Risiko-Puffers (risk-buffer) zu bewerten und mit Hilfe einer XML-Datei einzureichen.

Unterstützung durch die Kopter-Profis

Wer in der Durchführung der Risikoanalyse nach SORA und in der Erstellung des Betriebshandbuchs keine Erfahrungswerte hat, wird nach unserer Schätzung mindestens 2 Wochen benötigen, um alle Antragsunterlagen zusammenzustellen:

  • von der Sichtung der EU-Verordnung, der Acceptable means of compliance (AMC) und des Guidance materials (GM)
  • über das Verständnis der Zusammenhänge
  • bis zur praktischen Umsetzung und der Erstellung aller Antragsunterlagen.

In dem gesamten Prozess bieten wir an, Sie mit unserer Erfahrung und unserem Fachwissen zu begleiten, um den realen Aufwand für Sie von 2 Wochen auf ca. 2 Tage zu reduzieren. Aktuell sind wir noch in der Feinabstimmung unseres Tools. Wenn wir Ihnen nach dem offiziellen Start mehr Informationen zukommen lassen sollen, hinterlassen Sie bitte Ihre Kontaktdaten im folgenden Formular: